Wer die Dokumentation „Hippie Masala“ (2006) gesehen hat, vergisst ihn nicht so leicht: Cesare, den charismatischen Italiener mit den tiefen Augen, der sein Leben in Europa gegen das Dasein eines asketischen Sadhus in den Ruinen von Hampi eingetauscht hatte.
Während viele Hippies der 60er und 70er Jahre irgendwann in ihr bürgerliches Leben zurückkehrten, blieb Cesare. Er wurde zu einem Symbol für radikale Konsequenz und spirituelle Suche. Doch was geschah mit ihm, nachdem die Kameras ausgeschaltet wurden?
Ein Leben in Hingabe
Cesare war kein „Teilzeit-Heiliger“. Nachdem er in jungen Jahren der Heroinabhängigkeit in Italien entkommen war, fand er in Indien nicht nur Zuflucht, sondern eine Bestimmung. In der Nähe von Hampi, inmitten der bizarren Felslandschaften, lebte er als Sadhu. Sein Alltag war geprägt von Einfachheit: Meditation, das ritueller Rauchen von Ganja zur Ehre Shivas und das Leben in einer schlichten Hütte.
Im Gegensatz zu vielen westlichen Suchenden wurde Cesare von der lokalen Bevölkerung voll akzeptiert. Er war für die Menschen vor Ort kein Tourist, sondern ein Baba – ein spiritueller Vater.
Die letzte Station: Sein Verbleib
Lange Zeit war es still um ihn, da ein Leben in Entsagung naturgemäß keine Spuren in sozialen Netzwerken hinterlässt. Doch Berichte von Reisenden und Langzeit-Expatriates in Indien fügen die Puzzleteile zusammen:
Cesare ist nach übereinstimmenden Informationen um das Jahr 2018/2019 verstorben.
Er ging den Weg eines Sadhus bis zur letzten Konsequenz. Er kehrte nicht nach Italien zurück, um das Gesundheitssystem des Westens in Anspruch zu nehmen, sondern blieb an dem Ort, den er als seine spirituelle Heimat gewählt hatte. Er verstarb friedlich in der Gegend von Anegundi/Hampi.
Das Erbe der „Hippie Masala“-Generation
Cesares Tod markiert das Ende einer Ära. Von den Protagonisten der Dokumentation sind heute fast alle verschwunden:
- Hanspeter, der Schweizer Bauernsohn, verstarb ebenfalls vor einigen Jahren in seinen geliebten Bergen.
- Meera, die Belgierin, soll Berichten zufolge aus gesundheitlichen Gründen nach Europa zurückgekehrt sein.
Cesare bleibt als derjenige in Erinnerung, der die Brücke zwischen zwei Welten am authentischsten geschlagen hat. Er suchte keinen Ruhm durch den Film, sondern nutzte die Stille Indiens, um seinen Frieden zu finden.
Fazit
Die Geschichte von Cesare lehrt uns, dass es möglich ist, sich völlig neu zu erfinden. Er hinterlässt keine materiellen Güter, aber eine inspirierende Antwort auf die Frage, was passiert, wenn man den Mut hat, alles loszulassen. In den Herzen derer, die ihn in Hampi am Feuer sitzen sahen, lebt der „italienische Sadhu“ weiter.
Keiner raucht das Chillum so authentisch, keiner hustet so würdevoll und leidenschaftlich wie Cesare. Schaut euch die Doku an. Es lohnt sich!




